Nach der Urkunde vom 22.05.1246 schlossen sich die drei
Bischofsstädte Osnabrück, Münster und Minden im "Ladberger Bund"
zusammen, um gemeinsame Interessen, auch der in diesem Gebiet
ansässigen Fernkaufleute, zu vertreten. Iburg als Residenzstadt der
Bischöfe gehörte mit Sicherheit zu den der Stadt Osnabrück
beigeordneten Städten.
Hierher stammt auch die seit 1151 erwähnte weit verzweigte
Dienstmannenfamilie von Iburg, zu der auch Fernkaufleute gehörten,
die im Ostseeraum siedelten, u.a. Gerhard Yborg, der um 1335 im
Lübecker Urkundenbuch erscheint. Ferner ist Hermann Yborg zu
nennen, der bereits 1363 die Stadt Visby auf dem Hansetag in Lübeck
vertrat. Er war um 1367 sogar Bürgermeister von Visby. Ein weiterer
Hermann Yborg ist in der Zeit von 1384-1408 als Ratsherr in Lübeck
nachweisbar.
Iburg war bereits vor 1554 Mitglied der Hanse, denn auf dem Kölner
Drittelstag (12.02.1554) nannte Osnabrück u.a. die Beistadt Iburg
als zur Hanse gehörend. Hinweise darauf, dass Iburg selbst an einer
Tagfahrt teilgenommen hat, gibt es nicht. Der Flecken wurde wohl
immer von der Prinzipalstadt Osnabrück mit vertreten.
Das wichtigste Handelsgut des Fürstbistums Osnabrück waren die
unter dem Begriff "Löwend Linnen" bekannten Tuche. Die Prüfung des
Leinens erfolgte seit 1402 in Osnabrück. Durch das Leggesiegel
garantierte man die besondere Qualität des Tuches. Die Zunahme der
Leinenproduktion führte 1770 zur Eröffnung einer weiteren Legge in
Iburg. Im Jahre 1778 wurden auf dieser Legge fast genau so viel
Rollen Leinwand gestempelt wie in Osnabrück. Daher erhielt sie in
den Nachbargemeinden Dissen und Laer Nebenleggen. In der
"Franzosenzeit" wurden 1809 im Distrikt Osnabrück alle Spinnstuben
verboten. Sie lebten aber nach 1815 (Wiener Kongreß) wieder auf.
Der Verfall des Leinwandhandels setzte etwa Mitte des 19. Jh. ein.
Zuerst schlossen die Nebenleggen und 1833 auch die Hauptlegge
Iburg.